Karlheinz Paskuda

BUGA und Grünzug Nordost sind nicht identisch!

BUGA und Grünzug Nordost sind nicht identisch!

Der Grünzug Nordost (nicht die Bundesgartenschau!) wird weiter geplant. Der Preisträger Lenzen hat jetzt den Auftrag, weiter zu gestalten; die nächsten 900.000,- Euro Honorar sind ihm damit sicher.

Ich finde in der Tat die Arbeit von Herrn Lenzen diskutabel. Wenn ich einen derartigen Preis gewonnen hätte mit der Vorgabe der Mannheimer Verwaltung, für den Kernbereich des Spinelli-Geländes inklusive Au ca 70 Millionen Euro einplanen zu können, hätte ich sicher als Architekt eine ähnliche Planung vorgelegt.

Erfreulich auch die Mitteilung, dass alle Detailplanungen nun "Preisschilder" erhalten und der Gemeinderat nun bald darüber abstimmen könne, was zu welchem Preis verwirklicht werden soll.

Hier würde ich in ersten Gespräch mit Herrn Lenzen darauf hinweisen, dass es im Rahmen seiner "Grünzug-Planungen" Kostenfaktoren gibt, die für einen Grünzug aus Sicht der Umweltverbände nicht notwendig sind und nur für eine Bundesgartenschau gedacht sein können. So lehnen die Umweltverbände mit großer Mehrheit eine Umgestaltung der Au ab: das Preisschild von ca. 15 Millionen Euro für den "naturnahen See" inkl. Zu- und Abfluss kann für einen Grünzug in die Tonne geworfen werden. Für den Grünzug muss man die Au nicht antasten, also keinen Cent ausgeben.

Das gleiche gilt für das Preisschild bei der Neugestaltung der U-Halle. Hier kann das Schild ersetzt werden durch die wesentlich geringeren reinen Abrisskosten.

Desweiteren ist ein Buga-Park in der Nähe der Bebauung Käfertal unnötig und mit hohen Folgekosten verbunden. Empfehlung: Kein Park, lediglich Grünzug = Kostensenkung.

Generell würde ich der Verwaltung empfehlen, endlich mit den Umweltverbänden zu reden, wie ein Grünzug ökologisch, nachhaltig und ohne hohe Kosten und Folgekosten bewerkstelligt werden kann. Die immer wieder (auch in der Hochglanzbroschüre) aufgestellte Behauptung, ein Grünzug müsse 105 Millionen Euro kosten und die Buga habe nur ein Kostenrisiko von ca 7 Millionen Euro, ist ziemlich schlechte Propaganda und sehr, sehr unglaubwürdig. Ein Großteil dieser 105 Millionen Kosten ist nur durch die Buga-Planung, nicht aber für einen Grünzug erklärbar.

Auch die Zuschuss-Argumentation ist einfach unehrlich: Die Stadt Mannheim darf auf ca. 20 Millionen (noch nicht zugesagter) Mittel für eine Bundesgartenschau hoffen. Die anderen 20 Millionen sind Landesfördermittel für den Städtebau, die Mannheim in einer Legislaturperiode in der Regel nur einmal für ein Projekt erhalten kann. Das kann die Buga sein, aber auch ein Grünzug oder ein ähnliches Städtebau-Projekt.

Wir sehen: Die Mannheimer Verwaltung versucht weiterhin, mit nicht transparenter Politik und mit viel Trickserei die Bundesgartenschau durchzudrücken. Die Mannheimer Bevölkerung wird dieses Problems langsam überdrüssig. Darin liegt sicher eine Gefahr: Die Technokrat*innen ziehen ihr Projekt klammheimlich durch.